Das Kapital stank am Kapitol, doch das Kapitol stank stärker

Im Kapitol regiert das Kapital. Es hält sich an die Spielregeln und kann sich bei Bedarf Volksvertreter kaufen. Als BPs Chef Hayward heute unter Eid im Kongress vernommen wurde, beachtete er eine wichtige Regel: Ausweichende Antworten, die die Abgeordneten ärgern, sind keine Lügen.

Mehr kann der Kongress kaum erwarten. Er will den BP-Chef zwar prügeln, aber nicht ins Gefängnis werfen. Dass Hayward ohne Rechtsanwalt erschien, war mutig. Vielleicht ist es ihm ernst, die Golfkrise zu meistern. Vielleicht wollte er Demut zeigen und sich für seinen Laden als Büßer opfern. Ganz allein erscheint heutzutage kaum ein Zeuge zur Vernehmung.

Die Schandtat des Tages kam aus den Reihen der Abgeordneten. Da entschuldigt* sich doch tatsächlich einer für den Druck, dem BP ausgesetzt wird, um die Verseuchung am Golf – wo schließlich der Ausgangspunkt für den Untergang der Dinosaurier liegen soll – einzudämmen und den Schaden zu ersetzen.

Im Namen des geschädigten Volkes genießt dieser Volksvertreter ein Luxusleben auf dem Capitol Hill, zahlt 500 Dollar jährlich in die Krankenkasse, hat die beste Gesundheitsversorgung der Welt und kann sich von Wahlkampfspendern Schecks an den Gürtel stecken lassen. Wer so in der Tasche des Kapitals steckt, hätte an diesem Tag besser den Mund halten sollen. 

Ganz unerwartet stank heute nicht das Kapital zum Himmel, sondern ein lautstarker Oppositionsbänkler.

* Nachtrag: Für die Entschuldigung hat sich der Stinker später entschuldigt.

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Published in: on Juni 18, 2010 at 12:42 am  Schreibe einen Kommentar  
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Guck, Mandanten!

Wenn man einen Teich entfernt von vielen Mandanten arbeitet und die amerikanischen Mandanten aus dem ganzen Land stammen, grenzt es fast an ein Wunder, dass die Referendare Mandanten zu Gesicht bekommen.

Natürlich kann man sie einmal beim Superior Court vobeischicken. Da treffen sie allerdings auf furchterregendes Gesindel, viele Anwälte, fast noch mehr Polizei- und Sicherheitskräfte und auch nicht gerade den typischen amerikanischen Mandanten.

Seit dem heutigen Termin mit Mandanten können die Referendare bezeugen, dass unsere Mandanten keine Phantome sind, und als Zeugen konnten sie auch noch wirken.

Published in:
on Mai 29, 2008 at 8:28 pm  Schreibe einen Kommentar  
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