Flirt- & Kondomrecht: Terror & Konfusion

Kein Kondom in Schweden? Anklage! So steht es in Washington’s Blog,  Arrest Warrant for „Sex Crimes“ Against Wikileaks Founder Julian Assange Is for „Sex Without a Condom“, NOT Non-Consensual Rape Using Force.

In den USA, die sich nach Bushs Erklärungen als im Krieg befindlich erachten, wird davon als Anklage wegen Rape berichtet, und der Beschuldigte Herr Assange soll wie ein Terrorist verfolgt werden. Doch auch in den USA wird die Anklage vielfach als unhaltbar angesehen, zumal man die schwedische Kondompolitik nicht als Vergewaltigungstat nachvollzieht. 

Vielleicht ist die Anklage selbst ein Terrorakt. Am besten sollte sie veröffentlicht werden. Dann kann sich jeder ein Bild machen – zumindest jeder, der irgendwann einmal eine Schwedenreise erwägt. Wikipedia?

Kommentare zur Anklage beklagen das Männerschicksal. Wie sollen sie noch die Frauen verstehen, wenn Mann und Frau einvernehmlich handeln, doch dann eine Seite später die Handlung als strafbar bezeichnen darf.

In den USA ist das Verhältnis von Mann und Frau allerdings auch nicht klarer. Nachdem eine Studie Flirting At Work May Be More Beneficial Than You Think bekannt wird und den Flirt von Frauen am Arbeitsplatz als positiv bezeichnet, sind alle verwirrt, die die Gebote der Nichtdiskriminierung, neutraler Geschlechterbeziehungen und eines unschlüpfrigen Arbeitsklimas zu beherzigen trachten.

Was ist erlaubter Flirt im Dienst? Sexuell darf er nicht sein. Das natürliche Spannungsverhältnis von Frau und Mann darf der Flirt nach der Studie ausnutzen: Mit einem schmachtenden Blick beispielsweise. Kein Wunder, dass die Studie auf heftige Ablehnung stößt. Denn allein das resultierende Ungleichgewicht des Arbeitsklimas kann eine Haftung auslösen.

Jeder Versuchung abzusagen, ist immer sicher, wenn auch gelegentlich anstrengend. Und auch das hat schon zu Entlassungen geführt.

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Published in: on Dezember 5, 2010 at 4:13 am  Schreibe einen Kommentar  
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Heulen mit Wölfen

Das Wall Street Journal spricht heute die delikate Frage an, ob Unternehmen ihren wegen Unternehmensangelegenheiten angeklagten Mitarbeitern die Verteidigungskosten erstatten dürfen – oder umgekehrt, ob die Staatsanwalt den ebenfalls angeklagten Unternehmen die Erstattung durch Druckmittel verbieten darf.

Ziel der Strafverfolgung ist es oft, das Personal strafrechtlich weich zu klopfen, um Beweise gegen das Unternehmen zu erlangen.

Wenn diese Druckmittel zulässig werden, werden die Mitarbeiter effektiv den Wölfen zum Fraß vorgeworfen. $100.000 sind bei einer Strafverteidigung schnell ausgegeben, wenn der Vorwurf auf Wirtschaftskriminalität lautet. Wie soll sich ein kleiner Angestellter die Verteidigung leisten können?

Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Anklage von einer Bundesstaatsanwaltschaft oder einer einzelstaatlichen stammt. Auch bei einer Untersuchung durch den Kongress oder eine der Obersten Bundesbehörden mit drei Buchstaben verursacht erheblichen Aufwand.

Aus Washingtoner Sicht gilt auch: Wenn wir Mitarbeiter der Drei-Buchstaben-Behörden vor Kongress und Gericht auf Kosten des Amtes verteidigen dürfen, sollte für den Privatsektor kein anderes Recht gelten.

Published in:
on März 28, 2006 at 1:08 pm  Comments (2)  
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