Baugelder eingefroren

Die Baugenehmigungsskandale im Raum Washington zeigen nach erheblichen Abweichungen von Bebauungsplänen im Kreis Montgomery County in Maryland nun dieselben Probleme auf dem anderen Ufer des Potomac im Kreis Fairfax.

Mittlerweise können sich Investoren, Bauherrn und Mieter nicht mehr sicher sein, dass die übergroßen McMansions je bezugsfertig erklärt werden. Da diese Entwicklung mit dem krassen Einbruch des Marktes für McMansions zusammenfällt, kann sich die Misere auch auf den Bankensektor ausdehnen.

Für Rechtsanwälte mit Erfahrung in Real Estate, Banking, Mortgages oder REIT, aber auch Bankruptcy und Workouts natürlich nicht das Schlimmste. Selbst für die Strafverteidiger und Verwaltungsrechter fällt etwas ab: In Clarksburg wurden Strafen von $2,1 Mio. festgesetzt, die allerdings suspendiert wurden, weil die Baufirmen $14 Mio. an Investitionen in gemeindenützige Baulichkeiten versprachen, wie die Washington Post berichtet.

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Published in: on Juli 30, 2006 at 2:05 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Kriegsbeute

Nach 50 Jahren wollte ein alter US-Soldat eine Uhr, die er als Kriegsbeute in die USA mitnahm, nach Deutschland zurückbringen. Er wurde zu seiner Überraschung mit rechtlichen Fragen konfrontiert. Auf die moralischen und ethischen Fragen war er vorbereitet. Buße, Vergebung und Völkerverständigung standen im Raum.

Heute drängt sich die Frage der Kriegsbeute wieder auf. Die Washington Post berichtet über AK 47, die US-Soldaten aus dem Irak in den Raum Washington bringen. Sie verkaufen die Maschinengewehre ungedrosselt an Bankräuber.

Published in: on Juli 16, 2006 at 9:56 am  Comments (1)  
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Vernunft siegt im Internet

Ein vernünftiges Urteil aus Kalifornien: Pebble Beach Company v. Michael Caddy. Ausländer können nicht – nur wegen wegen ihrer ausländischen Webseite – vor einem US-Gericht landen. In diesem Fall gab es sogar Anhaltspunkte, die ein deutsches Gericht vielleicht anders beurteilt hätte:

  • Domain: PebbleBeach.com – PebbleBeach-uk.com
  • Marktauftritt: Pebble Beach – Pebble Beach
  • Sprache: US-Englisch – UK-Englisch
  • Geschäft: Hotel und Golf – Hotelgaststätte
  • Währung: US-Dollar – UK-Pfund

Kunden beider Firmen hätten glauben können, auf einen transatlantischen Ableger zu treffen. Dennoch lehnte das US-Gericht die Ausübung seiner Gerichtsbarkeit bei dem Engländer ab, weil eine passive Webseite allein nicht als gewollte Einwirkung auf US-Kunden gelten darf.

Konsequenz für deutsche Firmen mit englischer EU-Präsenz im Internet zumindest: Das Englisch auf eine EU-Variante beschränken. Da bieten sich britsches, maltesisches und irisches Englisch an.

Amerikanisches Englisch ist nicht empfehlenswert, wenn das Unternehmen nicht ohnehin in den USA aktiv ist und dem US-Recht unterliegt. Preisangaben in US-Dollar sollten unterbleiben. Besonders entlastend wirkt sich die passive Gastaltung der Webseite aus.

Published in: on Juli 16, 2006 at 4:44 am  Schreibe einen Kommentar  
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Stark wie Bären, schwach im Kopf

In Washington sind wir stolz darauf, dass nicht soviel wie vor 15 Jahren gemordet wird. Die UBahn ist ein Muster von Sauberkeit und Sicherheit.

Doch augenblicklich macht man sich Sorgen. Bahnen werden anderenorts angegriffen, und die Metro ist nicht gegen Vergleichbares gefeit.

Am bedrückendsten wirkt sich eine Mordserie aus, die das bisher sicher geglaubte Georgetown erwischt. Dort hat man sich gegen eine UBahnhaltestelle gewehrt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Georgetowner wollten es den Schwarzen aus anderen Stadtbezirken nicht zu einfach machen, sie auszurauben. Schwarze aus dem Poliitik- und Wirtschaftsadel, besonders wenn sie in Georgetown wohnen, waren herzlich zu allem willkommen, doch den Pöbel aus dem Rest der Stadt will man nicht.

Nun kommt er doch, vertreten durch seine Kriminellen. Sie legen sich mitten in Georgetown, doch auch an der National Mall, auf die Lauer, warten bis die Kinos schließen und schlagen dann zu. Auch ein Londoner wurde ermordet.

Die Polizei hat eine Erklärung. Vor 15 Jahren kamen viele Aggressivtäter während einer dramatischen Drogenwelle ins Gefängnis. Heute werden diese Täter freigelassen. Rehabilitiert hat sie keiner.

Published in:
on Juli 13, 2006 at 4:41 pm  Schreibe einen Kommentar  

Stark wie Bären, schwach im Kopf

In Washington sind wir stolz darauf, dass nicht soviel wie vor 15 Jahren gemordet wird. Die UBahn ist ein Muster von Sauberkeit und Sicherheit.

Doch augenblicklich macht man sich Sorgen. Bahnen werden anderenorts angegriffen, und die Metro ist nicht gegen Vergleichbares gefeit. Am bedrückendsten wirkt sich eine Mordserie aus, die das bisher sicher geglaubte Georgetown erwischt.

Dort hat man sich gegen eine UBahnhaltestelle gewehrt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Georgetowner wollten es den Schwarzen aus anderen Stadtbezirken nicht zu einfach machen, sie auszurauben. Schwarze aus dem Poliitik- und Wirtschaftsadel, besonders wenn sie in Georgetown wohnen, waren herzlich zu allem willkommen, doch den Pöbel aus dem Rest der Stadt will man nicht.

Nun kommt er doch, vertreten durch seine Kriminellen. Sie legen sich mitten in Georgetown, doch auch an der National Mall, auf die Lauer, warten bis die Kinos schließen und schlagen dann zu. Auch ein Londoner wurde ermordet.

Die Polizei hat eine Erklärung. Vor 15 Jahren kamen viele Aggressivtäter während einer dramatischen Drogenwelle ins Gefängnis. Heute werden diese Täter freigelassen. Rehabilitiert hat sie keiner.

Published in: on Juli 13, 2006 at 4:41 pm  Schreibe einen Kommentar  

Rache an Abmahner

Will sich der Rächer der Abgemahnten wirklich dem amerikanischen Recht unterwerfen? Heute treffen EMails mit offensichtlich gefälschter Absenderanschrift in den USA ein:


usaemailwerbung.png


Der Absender soll ein Anwalt in Deutschland sein, der für Abmahnpraktiken bekannt – oder je nach Standpunkt berüchtigt – ist. Der Inhalt der Nachricht enthält Werbung:


EMailwerbungText


Ausgerechnet von jenem soll sie stammen, der sich auf seiner Webseite die EMailwerbung verbittet:


usaemailwerbeverbot.jpg


Der Abmahnwahnsinn, den das deutsche Recht in unvergleichbarer Weise fördert und finanziell belohnt, verführt wohl zu verzweifelten Reaktionen. Doch erscheint es sinnlos, sich auf die Seite des Unrechts zu stellen oder gar noch fremden Rechtsordnungen zu unterwerfen.

Published in: on Juli 2, 2006 at 11:00 am  Schreibe einen Kommentar