Tut mir leid: Mandat abgelehnt

Manche Mandate muss man einfach ablehnen, auch wenn man nützliche Erfahrungen besitzt und gern helfen würde.

Ein Beispiel sind hoffnungslose Fälle armer Leute, die sich eine Schlacht ums Prinzip nicht leisten können. Wer sein ganzes Geld, und das seiner Familie und guten Bekannten, einem Diplomaten der Nigeria Connection überlassen hat, sollte zur Polizei gehen, nicht in Amerika sein Heil suchen, nur weil angeblich ein amerikanisches Ministerium die Auszahlung von Millionen blockiert und der freundliche Diplomat aus dem Hausarrest nicht mehr vermitteln kann.

Mal ganz abgesehen davon, dass ein Anwalt nicht umsonst arbeitet.

Was ein Ministerium in den USA blockiert, kann das Opfer selbst bei OFAC und anderen Aufsichts- und Kontrollämtern feststellen. Dass man sich nicht bei der Polizei blamieren will oder mit keinem Erfolg rechnet, sollte nicht dazu animieren, gutes Geld schlechtem nachzuwerfen.

Selbst wenn der amerikanische Anwalt nützliche Anstrengungen unternehmen könnte, liegt der Nutzen nicht in der Auszahlung der erhofften Millionen, die von Anfang an nicht existierten.

Moral aus einer anderen Geschicht: Als Betrugsopfer sollte man so schnell wie möglich die Polizei unterrichten. Selbst wenn sie nicht helfen kann, gelingt ihr vielleicht die Vermeidung weiteren Schadens. Das Risiko der Blamage, die an einem hängen bleiben könnte, steigt eher mit der Verheimlichung.

Betrogene Banken, die wegen des Bankgeheimnisses, betrogene Anwälte, die wegen des Anwaltsgeheimnisses die Polizei nicht unterrichten, bleiben nach einem Betrugsversuchs selbst die Blamierten. Wer sich nicht an solchem gesetzlichen Geheimnissschutz orientieren muss, sollte sich erst recht nicht von Geheimnisversprechen gegenüber betrügerischen Diplomaten, die keine sind, zurückhalten lassen. Ab zur Polizei – sobald die Betrüger im Knast schmoren, wird dem Opfer bedeutend wohler. Das schafft kein Prozess.

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Published in: on Mai 21, 2011 at 2:50 am  Schreibe einen Kommentar  
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Freundschaft mit Deutschland: Anwaltszulassung

Juristen gelangen kaum in den Genuss der beruflichen Freizügigkeit. Jedenfalls zwischen USA und Deutschland nicht ohne Examina und Zulassungsprüfungen.

Dafür sind sie fleißig und manchmal auch findig. Ein Amerikaner, der unbedingt in die dünn besiedelte Juristenlandschaft Deutschlands einsteigen wollte, machte gar einen Staatsvertragsverstoß Deutschlands geltend, um an sein Ziel zu gelangen. Die deutschen Hürden verletzten internationales Recht, darunter den Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und den USA.

Heute entschied der United States Trade Representative, der für Außenhandelsdispute zuständig ist, gegen die Einleitung eines Untersuchungsverfahrens. Er findet gleich drei Grundlagen für die Ablehnung des Antrags, die er kurz und lesenswert im Bundesanzeiger, Federal Register, darstellt.

Wer das Amt mit Botschafts- und Kabinettsrang nicht kennt: Der USTR sitzt in Washington gegenüber vom Weißen Haus an der 17. Straße und wurde hier vorgestellt: Kochinke / Horlick, Die Behörde des Handelsbeauftragten der USA, 28 RIW 458 (Juli 1981).