Schmerzhafte Entlassung: $100,000 Schmerzensgeld

Wie schmerzhaft muss eine Kündigung in Puerto Rico wohl sein, damit der Entlassene und seine Ehefrau je $100,000 Schmerzensgeld erhalten?

Verdammt schmerzhaft, nachdem dem entlassenen Mann ohnehin schon $600,000 Schadensersatz als Krönung der Kündigungsschutzklage zugesprochen wurden!

Die Begründung erklärte das Bundesrevisionsgericht des ersten Bezirks der USA in Boston am 27. September 2011. Die Parteienbezeichnung lautet: Duran-Lopez v. Stiefel Laboratories.

Das Urteil sollte allen eine Lehre sein, die in den USA die Mär von Hire and Fire glauben.

Published in: on September 28, 2011 at 12:38 am  Schreibe einen Kommentar  
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Hypokritisch, doch nicht dumm: Tax on Sex

Gewerblicher Sex kommt dem Staat zugute, auch wenn die Bevölkerung prüde und hypokritisch sein mag. Er kann dem versagten Geschäft Strafen aufbrummen.

Vor allem erkennt er den fiskalischen Wert von im Sex-Weichbild liegenden Handlungen. Den realisiert er bei Bars, Tanz, käuflichen Gesprächen, Gymnastik und Unterhaltungsformen.

Wie die Besteuerung verläuft und wie verfassungsvereinbar sie ist, zeigt anschaulich das Urteil im Fall 729, Inc. v. Kenton County Fiscal Court

vom 24. November 2010 aus dem schönen Kentucky. Leicht lesbar ist es auch.

Published in: on November 28, 2010 at 7:38 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Sammelklage wegen acht Dollar

Das Konzept der Sammelklage wird oft damit erklärt, dass sich Kleinstbeträge nur unwirtschaftlich einziehen lassen. Ein Bösewicht nimmt 1.000 Opfern $5 ab – soll etwa jedes Gerichtskosten von $150 einzahlen, um ihn zu verklagen?

In Donohue v. Quick Collect, Az. 09-35183, ging es um entweder $8 oder $35. Handelte ein Inkassoanwalt rechtswidrig, als er einen Teilbetrag als Zinsen bezeichnete, der keine Verzinsung war? Muss er sich deshalb gegen eine Class Action verteidigen, die die Schuldnerin gegen ihn im Namen aller vergleichbar Betroffenen erhob?

Das Bundesberufungsgericht des neunten US-Bezirks erklärte am 14. Januar 2010 sammelklagenmindernd, dass die Verfehlung des Anwalts durch eine Falschbezeichnung der Schuld nach dem Fair Debt Collection Practices Act unwesentlich war. Die Schuldnerin wurde über ihre Schuld nicht getäuscht und zu einer Fehlentscheidung verführt.

Dennoch belegt die leicht lesbare Urteilsbegründung, dass das Inkasso eine gefährliche Falle auch für US-Anwälte und ihre Mandanten bleibt.

Published in: on Januar 15, 2010 at 3:25 am  Schreibe einen Kommentar  
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Eiskalt – der Richter sollte Krimis schreiben

Eiskalt läuft es dem Leser den Rücken runter, lautet die Reaktion auf die Empfehlung einer Urteilslektüre.

Der Fall spielt in Atlanta. Im Strafrecht. Mit Todesstrafe.

Der Richter schreibt seine Berufungsbegründung so, dass man sie immer wieder weg legen will und doch gebannt bleibt.

Vielleicht entwickelt sich ja doch noch etwas zum Guten. Wie im Krimi.

Published in: on November 6, 2009 at 1:05 am  Schreibe einen Kommentar  
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