Bonus

Extra Stunde in der Nacht:

– Transatlantisch bleibt der Zeitunterschied diesmal gleich.

–  Die Associates dürfen 25 Stunden am Tag abrechnen.

Published in: on Oktober 29, 2005 at 11:34 am  Schreibe einen Kommentar  

Lügengeschichte

Nun genehmigt das Justizministerium Zusammenschlüsse unter vier großen Telefongesellschaften: AT&T, MCI, SBC und Verizon.

Zwei, drei Dekaden zuvor rollten Aktenberge in Waggons nach Washington, um das Monopol von AT&T zu zerschlagen.

Was gab es da nicht alles zu beachten! Selbst der jüngste Associate bekam seinen Haufen Akten ab. Oder Rechtsfragen wie:

Gilt die kartellrechtliche Haftungsbefreiung für Lügen gegenüber den Gesetzgebern auch, wenn andere als gesetzgeberische Zwecke verfolgt werden?

1984 folgte der Richterspruch, der das Monopol der Ma Bell beendete, Preise und Qualität reduzierte und bald zu Telefonriesen führte, die heute die Mutter verschlingen.

Published in: on Oktober 28, 2005 at 2:09 pm  Schreibe einen Kommentar  

Befähigung zum Richteramt

Frau Miers kann einem ja leid tun. Sie ist intelligent und hat eins der höchsten Ämter, die es für Juristen im Lande gibt, inne. Und heute musste ihrem nicht ganz so intelligenten Chef helfen, sein Gesicht angesichts der geifernden Angriffe seiner extrem-fundamentalistischen Freunde auf sein tüchtiges Mädel zu wahren, indem sie bekannte, dass sie zum Richteramt ungeeignet ist.

Wer hat hier schon die Befähigung zum Richteramt erworben? Durch eine Ausbildung, wochenlange Prüfung? Außer den wenigen Anwälten mit Auslandserfahrung keiner. Richter lernen „on the job“. Verbände und Institute bilden sie aus – nachdem sie ernannt sind – und weiter – nachdem sie ihre ersten Fehler hinter sich haben.

Das hätte sie sicherlich auch geschafft. Naja, für die Richter am Supreme Court gibt es keine Kurse. Aber andere haben schon bewiesen, dass man den Job, auch ohne als Leuchte anerkannt worden zu sein, ordentlich erledigen kann. Indem man ausgiebig schweigt, zum Beispiel.

Der Rest der Woche wird dennoch nicht weniger spannend. Zu erwarten sind zumindest noch Entscheidungen über die Anklagen gegen Karl Rove als Top-Berater im Weißen Haus und den zweiten Mann im Büro des ach-so-sympathischen Vizepräsidenten.

Published in: on Oktober 27, 2005 at 8:39 pm  Schreibe einen Kommentar  

Einheitlicher Rechtsraum

Über den Atlantik fliegt das neue Recht der Internationalen Wirtschaft ein.

Auf Seite 695 verlockt Smyrek: Einheitlicher Rechtsraum.

Das versetzt ins Träumen. Wie praktisch wäre so was in den USA!

Published in: on Oktober 27, 2005 at 12:41 pm  Schreibe einen Kommentar  

Am Stück oder in Scheibchen?

Das Handelsregister liegt 1000 Meilen weg.

Immerhin* antwortet es nach einer Woche. Der mit dem Formular eingereichte Scheck kommt zurück.

$200 hatte es seinerzeit angefordert. Heute sollen es $175 plus $25 sein, zahlbar an dieselbe Kasse.

Da sag noch einer, dem Amt ginge es nur ums Geld. Es lässt auch Kuriere und Anwälte an seinen Fehlern verdienen.

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* Versprochen waren fünf Wochen, 44 Tage länger als beim Register in Washington gewohnt.

Published in: on Oktober 27, 2005 at 11:05 am  Schreibe einen Kommentar  

Touristenrecht

Washington an vierter Stelle als Reiseziel?

Schnell auf Reiserecht umsatteln, dem Trend voran?

Welches denn? Die Touristen bleiben ja nicht in der Hauptstadt, sondern machen Abstecher nach Maryland, Virginia, Delaware, West Virginia und Pennsylvania.

Gleich sechs Mal Reiserecht lernen?

Ach was, die meisten Besucher meinen ja, hier ginge alles locker und frei zu. Sollen sie doch auch das erleben, was man ansonsten als Rechtsunsicherheit bezeichnet. Wo selbst Anwälte darauf verweisen müssen, dass jede kleine Frage eine Recherche des Bundes-, Staats-, Kreis- und Stadtrechts auslösen kann. Bis dahin ist der Urlaub längst vorbei.

Published in: on Oktober 26, 2005 at 7:02 pm  Schreibe einen Kommentar  

Power of Attorney

Welche Macht doch der Anwalt besitzt!

Eine Vollmacht. Die idR nicht einmal schriftlich dokumentiert wird. Sie besteht einfach aufgrund seiner Stellung.

Er haftet mit seinem professionellen Leben, wenn er eine nicht vorhandene Vollmacht behaupten sollte. Das ist wertvoller als ein Fetzen Papier.

Die Power of Attorney brauchen die, die keine Attorneys sind. Beispielsweise ein Attorney in Fact.

Published in: on Oktober 26, 2005 at 3:10 pm  Schreibe einen Kommentar  

Eleganz

Was tun mit einem Settlement Agreement und Consent Judgment: Der Vertrag ist schlampig formuliert. Der Urteilsentwurf enthält Fehler.

Der Mandant will natürlich kein großes Geld in eine Neuformulierung stecken.

Dem Anwalt der Gegenseite sagen, dass er einen schlechten Tag hatte? Zwei Tage für einen neuen Anlauf gewähren?

Oder ist er dann beleidigt und sperrt sich?

Den Vergeich wollen wir nicht gefährden. Der Vertrag ist inhaltlich richtig. Nur peinlich unsauber formuliert.

Die Fehler im Urteilsentwurf sind leicht zu korrigieren.

Also Anruf. Verständnis für Hurrikan-Auswirkung zeigen.

Published in: on Oktober 26, 2005 at 12:28 pm  Schreibe einen Kommentar  

Non-Disclosure Keule

A erhält Geheimhaltungsvereinbarung von B.  A an Anwalt: Eilt, wir wollen Geschäftsverhandlungen aufnehmen, bitte Gegenprüfung.

Ergebnis: Das gut formulierte NDA schützt nichts, was A gehört. Nur darf A seine Kontakte im Markt nicht mehr nutzen, wenn B beim Verhandeln jemals solche Kontakte erwähnt.

Daraus wird nichts. Netter Knebelungsversuch unter dem Deckmantel des Schutzversprechens.

Ein Non-Disclosure Agreement soll interne Infos schützen. Nicht aus bekannten Daten eine Keule drechseln.

Published in: on Oktober 26, 2005 at 10:51 am  Schreibe einen Kommentar  

Vier Jahre

Verjährungsfrist für Vertragserfüllungsansprüche? Gute Frage. Welches Recht? Vielleicht Kalifornien. Aha.

Im Gesetz steht: vier Jahre. Vier Kalendarjahre. Nicht vier Jahre und dann bis zum Ende des Jahres.

Gut zu wissen. Damit kann man anfangen. Jetzt muss der Associate ran. Fallrecht recherchieren. Ob das Gesetz überhaupt von den Gerichten gestützt wird.

Und danach: Laches prüfen. Billigkeitsrechtliche Verjährung, etwa wie eine Verwirkung. Da brauchen wir auch ein paar Fakten.

Zwischenruf aus dem Conflicts Check: Vorsicht, Kalifornien lässt Auswärtige nicht gern das dortige Recht auslegen. Gut, dass der Associate dort zugelassen ist.

Weiter: Gibt es überhaupt einen Erfüllungsanspruch? Normal ist das im Vertragsrecht nicht. Also erklären. Sonst denkt der Mandant in Europa womöglich, er bekomme was er wolle. Dabei gibt’s nur Schadensersatz.

Alles so anders als aus europäischer Sicht. War doch nur ne einfache Frage, denken die meisten.

Published in: on Oktober 26, 2005 at 7:19 am  Schreibe einen Kommentar  

Vier Jahre

Verjährungsfrist für Vertragserfüllungsansprüche? Gute Frage. Welches Recht? Vielleicht Kalifornien. Aha.

Im Gesetz steht: vier Jahre. Vier Kalendarjahre. Nicht vier Jahre und dann bis zum Ende des Jahres.

Gut zu wissen. Damit kann man anfangen. Jetzt muss der Associate ran. Fallrecht recherchieren. Ob das Gesetz überhaupt von den Gerichten gestützt wird.

Und danach: Laches prüfen. Billigkeitsrechtliche Verjährung, etwa wie eine Verwirkung. Da brauchen wir auch ein paar Fakten.

Zwischenruf aus dem Conflicts Check: Vorsicht, Kalifornien lässt Auswärtige nicht gern das dortige Recht auslegen. Gut, dass der Associate dort zugelassen ist.

Weiter: Gibt es überhaupt einen Erfüllungsanspruch? Normal ist das im Vertragsrecht nicht. Also erklären. Sonst denkt der Mandant in Europa womöglich, er bekomme was er wolle. Dabei gibt’s nur Schadensersatz.

Alles so anders als aus europäischer Sicht. War doch nur ne einfache Frage, denken die meisten.

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on Oktober 26, 2005 at 12:19 am  Comments (5)  

Corp., Ltd., Co., Inc.

Die große Wahl. Was darf’s denn sein?

Wir bieten: Corp., Ltd., Co., Inc.

Gesellschaftsrechtlich alles dasselbe.* Nehmen Sie, was zu Ihrem Image passt, zum Namen der Firma.

Vor mir aus auch: Corporation, Limited, Company oder Incorporated.

Nur Incorporation gibt’s nicht. Das ist der Gründungsvorgang selbst.

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* Ltd. und Co. sind allerdings leicht zu verwechseln mit neumodischen, unausgegorenen Gesellschaftsformen, die gar keine klassische Corporation des amerikanischen Rechts darstellen. Die sind meist als Limited Liability Companies bekannt, LLCs. Viel teurer als eine Corporation zu gründen und zu unterhalten. Aber das ist ein anderes Thema.

Published in: on Oktober 25, 2005 at 10:50 pm  Schreibe einen Kommentar  

Piepegal

Das Gesetz mag gerne vorschreiben, dass der Zustellungsbevollmaechtigte einer Corporation dieselbe Anschrift wie die Corporation besitzen muss – dem Handelsregister in Washington ist „piepegal“, was auf dem amtlichen Formular eingetragen wird. Sagt es. Am Telefon.

Gleich einen Aktenvermerk als „contemporeanous Record“ angelegt.

Published in: on Oktober 25, 2005 at 6:00 pm  Schreibe einen Kommentar  

Untitled

Published in: on Oktober 24, 2005 at 11:11 am  Schreibe einen Kommentar  

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on Oktober 24, 2005 at 11:11 am  Kommentare deaktiviert für