Becherschlacht – die Marktlücke

Warum gibt in den USA soviele Anwälte, die alle glücklich überleben, selbst in der Hauptstadt, wo 70.000 zugelassen sind?Spezialisierung natürlich. Bald kommt der Fachanwalt für Becherschlachten hinzu. Ein Kollege hat kürzlich erfolgreich eine Dame nach sieben Wochen am Gefängnis abholen können, die aus ihrem Auto einen Eisbecher auf einen anderen Wagen geworfen hatte.Ein Herr Le wurde gestern festgenommen, nachdem er seinen warmen Kaffee durch das offene Fenster eines Fahrzeugs, aus dem er anscheinend angebrüllt wurde, warf.  Der Untersuchungsrichter weigerte sich, die Strafanträge beider Seiten wegen des gegenseitig vorgeworfenen rechtswidrigen Fahrverhaltens aufzunehmen, sondern beschränkte die Untersuchung auf die verbrecherische Geschosshandlung.Throwing a Missile – eine Straftat höchstens Grades, fast ein Terrorsynonym. Die vorzeitig entlassene Dame erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Herrn Le drohen 10. Laut Washington Post ist die Zahl dieser Straftaten in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

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Published in: on Februar 28, 2007 at 12:05 am  Schreibe einen Kommentar  

Becherschlacht – die Marktlücke

Warum gibt in den USA soviele Anwälte, die alle glücklich überleben, selbst in der Hauptstadt, wo 70.000 zugelassen sind?

Spezialisierung natürlich. Bald kommt der Fachanwalt für Becherschlachten hinzu. Ein Kollege hat kürzlich erfolgreich eine Dame nach sieben Wochen am Gefängnis abholen können, die aus ihrem Auto einen Eisbecher auf einen anderen Wagen geworfen hatte.

Ein Herr Le wurde gestern festgenommen, nachdem er seinen warmen Kaffee durch das offene Fenster eines Fahrzeugs, aus dem er anscheinend angebrüllt wurde, warf.  Der Untersuchungsrichter weigerte sich, die Strafanträge beider Seiten wegen des gegenseitig vorgeworfenen rechtswidrigen Fahrverhaltens aufzunehmen, sondern beschränkte die Untersuchung auf die verbrecherische Geschosshandlung.

Throwing a Missile – eine Straftat höchstens Grades, fast ein Terrorsynonym. Die vorzeitig entlassene Dame erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Herrn Le drohen 10. Laut Washington Post ist die Zahl dieser Straftaten in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

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on Februar 27, 2007 at 11:05 pm  Comments (1)  
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Rechte hintanstellen

17th & L, NW, 10 Uhr: Video von 20 Motorrädern mit Beiwagen und -zig schwarzen Secret Service-Fahrzeugen aufgenommen. Soviel Staatssicherheit, dass die Wagen selbst auf den Bürgersteigen parken müssen. Polizist: No Pictures!Staatssicherheit gegen First Amendment. In der Situation wäre eine Debatte verfehlt. Video bei YouTube einstellen? Der Verkehr ist in alle Richtungen blockiert. Der Partner, der als Geschworener ins Gericht muss, darf das Kanzleigebäude nicht verlassen.Vor ein paar Stunden sammelten sich Diplomaten im Hotel gegenüber. Das H der Straßen um das Hotel war schon gesperrt und öffnete sich für eine Weile erst, als die Diplomaten schließlich in Bussen die drei Blocks zum Weißen Haus verfrachtet wurden.Bush will mal wieder eine Lektion erteilen, hört man. Vorgestern, nach dem Ausrufen des Schneenotstands, hatte er schon einmal so einen Einfall. Die Journalisten waren sauer, denn sie waren bereits im Rahmen der Evakuierung auf dem Weg aus der Stadt.Wozu der Aufwand, wenn die Nachrichten doch nur von Schnee und Eis berichten werden? Bush ist irrelevant, und die Bürgerrechte lässt er irrelevant machen. Als erste Diener des Staates treten die Herrschaften jedenfalls nicht auf.Nachtrag: Seine Höchstpersönlichkeit befand sich gegenüber im Mayflower Hotel, daher der Trubel. Die Referendarinnen sahen ihn in eine der beiden Staatskarossen hineinhuschen. In welchen der beiden identischen Wagen? Das verraten wir nicht.

Published in: on Februar 15, 2007 at 11:30 am  Schreibe einen Kommentar  

Rechte hintanstellen

17th & L, NW, 10 Uhr: Video von 20 Motorrädern mit Beiwagen und -zig schwarzen Secret Service-Fahrzeugen aufgenommen. Soviel Staatssicherheit, dass die Wagen selbst auf den Bürgersteigen parken müssen. Polizist: No Pictures!

Staatssicherheit gegen First Amendment. In der Situation wäre eine Debatte verfehlt. Video bei YouTube einstellen? Der Verkehr ist in alle Richtungen blockiert. Der Partner, der als Geschworener ins Gericht muss, darf das Kanzleigebäude nicht verlassen.

Vor ein paar Stunden sammelten sich Diplomaten im Hotel gegenüber. Das H der Straßen um das Hotel war schon gesperrt und öffnete sich für eine Weile erst, als die Diplomaten schließlich in Bussen die drei Blocks zum Weißen Haus verfrachtet wurden.

Bush will mal wieder eine Lektion erteilen, hört man. Vorgestern, nach dem Ausrufen des Schneenotstands, hatte er schon einmal so einen Einfall. Die Journalisten waren sauer, denn sie waren bereits im Rahmen der Evakuierung auf dem Weg aus der Stadt.

Wozu der Aufwand, wenn die Nachrichten doch nur von Schnee und Eis berichten werden? Bush ist irrelevant, und die Bürgerrechte lässt er irrelevant machen. Als erste Diener des Staates treten die Herrschaften jedenfalls nicht auf.

Nachtrag: Seine Höchstpersönlichkeit befand sich gegenüber im Mayflower Hotel, daher der Trubel. Die Referendarinnen sahen ihn in eine der beiden Staatskarossen hineinhuschen. In welchen der beiden identischen Wagen? Das verraten wir nicht.

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on Februar 15, 2007 at 10:30 am  Comments (1)  
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So sicher

Wir sind so sicher. Seit dem 11. September 2001 gibt es nämlich eine koordinierte Bekämpfung allen Übels. Der Preis besteht in der Aufgabe vieler Bürgerrechte. Manchmal auch in Dollars und Cents.In Boston kostete der Einsatz schätzungsweise eine halbe Million Dollar, heißt es im Radio. Bekämpft hat man gestern mit Straßen-, Hafen- und sonstigen Sperrungen etwas Werbung. Ein heldenhafter Einsatz, auf den Stadt, Kreis, Staat und Bund stolz sind.In anderen Städten mit solcher Werbung hat man Werbung Werbung sein lassen und nicht einmal erwogen, die Werbe-Wüstlinge wegzuschließen. Sie hing ja schließlich schon einige Zeit.Der Plan der Werber ist aufgegangen. Und wenn sich selbst Werbung nicht mehr vor den Sicherheitsdiensten verstecken kann, dann können wir sicher sein, dass uns auch die Terroristen nichts antun können.Unsicher sind wir eigentlich nur, wenn uns erzählt wird, wir seien sicher.

Published in: on Februar 1, 2007 at 1:56 pm  Schreibe einen Kommentar  

So sicher

Wir sind so sicher. Seit dem 11. September 2001 gibt es nämlich eine koordinierte Bekämpfung allen Übels. Der Preis besteht in der Aufgabe vieler Bürgerrechte. Manchmal auch in Dollars und Cents.

In Boston kostete der Einsatz schätzungsweise eine halbe Million Dollar, heißt es im Radio. Bekämpft hat man gestern mit Straßen-, Hafen- und sonstigen Sperrungen etwas Werbung. Ein heldenhafter Einsatz, auf den Stadt, Kreis, Staat und Bund stolz sind.

In anderen Städten mit solcher Werbung hat man Werbung Werbung sein lassen und nicht einmal erwogen, die Werbe-Wüstlinge wegzuschließen. Sie hing ja schließlich schon einige Zeit.

Der Plan der Werber ist aufgegangen. Und wenn sich selbst Werbung nicht mehr vor den Sicherheitsdiensten verstecken kann, dann können wir sicher sein, dass uns auch die Terroristen nichts antun können.

Unsicher sind wir eigentlich nur, wenn uns erzählt wird, wir seien sicher.

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on Februar 1, 2007 at 12:56 pm  Schreibe einen Kommentar  
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