Blogschreiber schadenfroh

In Afrika gingen Gerüchte um, ein Anwalt sei kein zugelassener Anwalt gewesen, als er eine Botschaft in den USA vertrat. Er habe sie in Immobiliensachen auch um viel Geld betrogen. Zur Verschleierung habe er ein Unternehmen gegründet. Das habe seine Zulassung ebenfalls verloren. Neues Personal an der Botschaft habe einen Skandal aufgedeckt und der Regierung berichtet.

Der Blogschreiber recherchierte afrikanische und amerikanische Quellen. An der Geschichte ist etwas dran, merkte er. Er veröffentlichte einen Bericht, in dem er Behauptungen als Behauptungen, Vorwürfe als Vorwürfe und Verdächtigungen als Verdächtigungen bezeichnete.

Kurz darauf erhielt der Blogschreiber eine EMail, die ihn den Bericht sperren ließ: Der Verfasser bezeichnete sich als Opfer des Berichts, die Vorwürfe als Erfindungen, die Behauptungen als Ansichten eines feindlich gesinntes Stammes in Afrika, die fehlenden Zulassungen als der Öffentlichkeit unbekannt und daher nicht im öffentlichen Interesse.

Zudem sei der Blogschreiber gierig motiviert, die Botschaft gegen den EMailverfasser anzustacheln und ein eigenes Botschaftsmandat zu erhaschen.

Daher habe sich der Blogschreiber erdreist, die böswilligste Sülze abzulassen, die die zivilisierte Welt selbst auf niedrigster Stufe je erlebt hätte. Eine Anklage stimmt: Der Blogschreiber hatte das Opfer nicht um seine Stellungnahme gebeten.

Der Blogschreiber hatte eigentlich mit Kommentaren anderer Art gerechnet: Eine Krähe hacke selbst einer Ex-Krähe kein Auge aus. Er sei zu rücksichtsvoll gegenüber der verdächtigten Ex-Krähe.

Mal sehen, wer zuletzt lacht. Die Washingtoner Presse berichtet nun von der gegen das Opfer eingereichten Klage mit Forderungen in Millionenhöhe. Der Blogschreiber hält sich raus, bis das Gericht ein Urteil fällt. Dann wird der Bericht wohl entsperrt.

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Published in: on November 14, 2010 at 2:24 am  Schreibe einen Kommentar  
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Sieger im Best Bang for the German Buck Award 2009

Das German American Law Journal verkündet heute die Sieger des Best Bang for the German Buck Award 2009:

  • Die Friedrich Naumann Stiftung mit ihrer Friedrich Naumann Foundation in Washington
  • Die deutsche Botschaft in Washington

Warum sollte man sich um Effizienz und Ergebnisse solcher Institutionen Gedanken machen? Das GALJ erklärt einleitend:

Der deutsche Steuerzahler macht in den USA wichtige PR für Deutschland. Ohne diese Arbeit würde Amerikanern zuerst und zuletzt Hitler einfallen. Politische Stiftungen aller wichtigen Parteien setzen sich nicht nur für Eigeninteressen, sondern auch den Ruf Deutschlands durch Niederlassungen in Washington ein.

Die Wahl begründet sich unter anderem so:

Bei der subjektiven Betrachtung des GALJ ist der Beitrag ausschlaggebend, den die Institution in den USA nachhaltig bei Meinungs- und Einscheidungsträgern hinterlässt – und auch, ob ihr Beitrag die demokratische Rechtsordnung Deutschlands durch Darstellung oder Vergleich einbezieht.

Ministeriale, Kongress, Wissenschaftler und internationale Organisationen hat die Friedrich Naumann Stiftung intensiv und mit immer hoher Resonanz und großer Bandbreite angesprochen. Die deutsche Botschaft hat das Jubiläum des Mauerfalls geschickt für ein Informationsprogramm genutzt, das über Internet- und amerikanische Medien ebenso wie die deutsche Welle viel Aufmerksamkeit, ein besseres Verständnis für das Deutschland der Gegenwart und positive Reaktionen hervorrief.

Published in: on Dezember 3, 2009 at 1:08 am  Schreibe einen Kommentar  
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Gedenktag am 2. Januar 2007

Weil das Land das offizielle Gedenken an Gerald Ford begonnen hat, werden die Gerichte in der Hauptstadt am 2. Januar 2007 geschlossen sein. Dasselbe gilt für die Bundesregierung sowie Teile der Privatwirtschaft, die meist dem Beispiel des Bundes folgt. Botschaftstermine an der Massachusetts Avenue sind am Morgen des 2. Januar nicht zu empfehlen. Der Sarg wird vom Kapitol am frühen Morgen zur National Cathedral überführt. Von dort geht es am Mittag zur Andrews Air Force Base.

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on Dezember 29, 2006 at 6:49 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Die alte Botschaft

In alten Zeiten gab es ein böses Reich, und das Wort vom Evil Empire war noch nicht gefallen.

Damals konnten Mandanten Hononare im Schuhkarton vom Chauffeur vorbeibringen lassen. Eine schriftliche Rechnung war nicht vorgeschrieben. Anruf genügte. Die Abrechnung nach Zehntelstunden stand noch in den Sternen.

Gelegentlich musste der politisch aktive Chef zum Spaziergang aufbrechen, um von Münzgeräten zu telephonieren. Mit dem FBI stand er nicht auf Kriegsfuß, doch sollten seine Freunde nicht alles wissen, bevor es im Weißen Haus oder Kongress bekannt war.

Gelegentlich luden sich die Freunde ein, um von der Kanzlei aus das Nachbargebäude zu beobachten – die Botschaft der bösen Roten.

EvilEmbassyDiese Vorgeschichte habe ich nicht miterlebt. Ich kenne sie nur aus Büchern, Zeitschriften oder der von Wein gelockerten Zunge alter Washingtoner Hasen. Und heute entdecke ich, dass dieselben Freunde aus meinem neuen Büro dasselbe Gebäude beobachten können. Um die Ecke.

Sie kommen allerdings heute eher zum Plausch über Phisher oder eine Hintergrundinformation über ehemalige Mitarbeiter vorbei, die demnächst im Kongress, einem Ministerium oder einer DreiBuchstabenBehördeWovonWirNichtsWissenWollen arbeiten werden. Die alte russische Botschaft interessiert sie nicht mehr.

Published in: on Oktober 5, 2006 at 8:03 pm  Schreibe einen Kommentar  
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