Datenschutz für 97000 Personalakten: Sammelklage?

Datenschutz ist auch in den USA etwas wert. Finanzdaten, Gesundheitsdaten und manche andere unterliegen strengem gesetzlichen Schutz. Besonders die Social Security Number – als allgemeine Identifikationsnummer mangels eines Personalausweises und Meldeamts missbraucht – darf nicht in die falschen Hände geraten.

Verdient im Fall Laura Krottner v. Starbucks Corporation die Besorgnis um verlorene Personaldaten einschließlich der SSN von 97000 Starbucks-Angestellten jedoch eine Sammelklage?

Nein. Solange der Schaden nicht finanziell spürbar wird, urteilte am 14. Dezember 2010 das Bundesberufungsgericht in San Francisco, geht das nicht.

Die Kläger dürfen klagen, denn sie besitzen die Aktivlegitimation, Standing, auch wenn der Schaden nur befürchtet wird, denn er ist nicht nur hypothetisch.

Dennoch ist die Klage nach materiellen Recht abzuweisen, wenn der Schaden aus Sorgen, nicht Verlust besteht, erklärt das Gericht mit einer kurzen Begründung: http://sbx.rex.im.

Published in: on Dezember 15, 2010 at 1:01 am  Schreibe einen Kommentar  
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Sammelklage wegen acht Dollar

Das Konzept der Sammelklage wird oft damit erklärt, dass sich Kleinstbeträge nur unwirtschaftlich einziehen lassen. Ein Bösewicht nimmt 1.000 Opfern $5 ab – soll etwa jedes Gerichtskosten von $150 einzahlen, um ihn zu verklagen?

In Donohue v. Quick Collect, Az. 09-35183, ging es um entweder $8 oder $35. Handelte ein Inkassoanwalt rechtswidrig, als er einen Teilbetrag als Zinsen bezeichnete, der keine Verzinsung war? Muss er sich deshalb gegen eine Class Action verteidigen, die die Schuldnerin gegen ihn im Namen aller vergleichbar Betroffenen erhob?

Das Bundesberufungsgericht des neunten US-Bezirks erklärte am 14. Januar 2010 sammelklagenmindernd, dass die Verfehlung des Anwalts durch eine Falschbezeichnung der Schuld nach dem Fair Debt Collection Practices Act unwesentlich war. Die Schuldnerin wurde über ihre Schuld nicht getäuscht und zu einer Fehlentscheidung verführt.

Dennoch belegt die leicht lesbare Urteilsbegründung, dass das Inkasso eine gefährliche Falle auch für US-Anwälte und ihre Mandanten bleibt.

Published in: on Januar 15, 2010 at 3:25 am  Schreibe einen Kommentar  
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