Schickes Handelsregister

Bin ich dumm? Unternehmensträger erschließt sich mir nicht im Unternehmensregister. Ist der gesellschaftsrechtliche Begriff gemeint? Oder eine Karteikarte?  Manches andere auch nicht. Ich hatte nach einigen Berichten damit gerechnet, dass es überhaupt nicht funktioniert. Aber nicht damit, dass ich mit den Eingabemasken nicht klarkomme. Wann sind Mehrfacheingaben erforderlich, wann zulässig, wann hinderlich?

Findet man alles im Laufe der Zeit heraus. Alles sieht ja so einfach aus. Und der SSL-gesicherte Datenverkehr ist schick.

In so vielen Ländern und so vielen Staaten der USA sind die Handelsregister einfach zu bedienen. Selbst wenn man mit der jeweiligen Sprache nicht mehr ganz vertraut ist, kann man sich noch zurecht finden und nützliche Ergebnisse hervorlocken.

Natürlich gibt es auch sonstwo elektronische Verzeichnisse, die so bürgerfreundlich gestaltet sind, sodass sie unbrauchbar werden. Alles Gewöhnungssache, hoffentlich.

Reaktion auf Rufmord

Der gute Ruf ist so schnell ruiniert. Die Washington Post berichtet von einem Mann, der zufällig dort parkte, wo sich Nachbarn um Kinderschänder Sorgen machten. Per EMail gingen Hinweise an die Polizei und Nachbarn. Sie wurden nach Internet-Recherchen schnell um Namen und Wohnort des Fahrers angereichert.

Dann folgte der konkrete Verdacht, den Kinderschänder gefunden zu haben: Der Fahrer mietete ein Zimmer in einem Haus, das im Sex-Strafenverzeichnis veröffentlicht ist.

Dass der Fahrer den Sextäter nicht kennt, und jener ausgezogen war, störte die Laien-Ermittler nicht. Sie verließen sich auf die Auskünfte, die sie von Nachbarn und dem Internet erhielten. Was sagt die Polizei? Wie wird der Fahrer rehabilitiert? Wie erhält er seinen guten Ruf zurück?

Die amtlichen Stellen sind ratlos. Gegen Bürger, die im Internet private und amtliche Daten einkaufen und selbständig ermitteln, kann man kaum etwas unternehmen. Hinter vorgehaltener Hand raten sie dem Fahrer, aus der Gegend wegzuzuiehen.

Gegen Rufmord und Verdächtigungen im Internetzeitalter gibt es kein Allheilmittel. Klagen sind teuer, und oft bringen sie nur einen Dollar als moralischen Schadensersatz, da der wirkliche Schaden nicht ermittelt werden kann.

Die heutige Gegendarstellung der Washington Post ist sicherlich nützlicher als Entschuldigungsschreiben aus der Nachbarschaft. Vielleicht merkt sich der Zeitungsleser, dass man nicht alles glauben kann, was im Internet oder einer EMail steht, selbst wenn jemand für die Recherche in Datenbanken eine Gebühr bezahlt hat.

Published in: on Mai 13, 2006 at 2:53 pm  Schreibe einen Kommentar  
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