Was Anwälte nicht wissen

Ist am Mandanten erst einmal die Todesstrafe vollstreckt worden, bleibt für den Anwalt nicht mehr viel zu tun. Oder doch?

An der Entlastung Unschuldiger kann man weiterarbeiten. Mangels entsprechender Vorschriften verschwindet das be- und entlastende Beweismaterial oft schnell.  Besonders in Virginia hat sich das als Verhängnis erwiesen, doch wird vielleicht über Probleme in Virginia nur häufiger berichtet, da der Staat ein relativ altmodisches Recht anwendet und drakonische Gerichte besitzt.

Andererseits ist Virginia auch einer der wenigen Staaten, die den Erhalt des Beweismaterials gesetzlich vorschreiben.  Auf Antrag eines Verurteilten können die Beweise für 15 Jahre oder sogar länger nach der Verurteilung aufgebewahrt werden.

Heute berichtet die Washington Post  von einem Fall, in dem der DNA-Sachverständige einige Beweise seit mehr als 20 Jahren aufbewahrt und nun die Überprüfung einer Vollstreckung aus dem Jahre 1992 ermöglicht. Das Gericht verlangte von ihm die Beweise zurück, doch er behielt sie im Kühlschrank, weil er mangels des seinerzeit noch nicht bestehenden Aufbewahrungsgesetzes befürchtete, dass sie sonst vernichtet würden.

Nach dem Zeitungsbericht besteht weiterhin die Gefahr, dass Beweise vernichtet werden – heute wegen Unkenntnis der Anwaltschaft über die Existenz des Gesetzes.

Advertisements
Published in:
on Januar 7, 2006 at 3:35 pm  Schreibe einen Kommentar  

The URI to TrackBack this entry is: https://usanwalt.wordpress.com/2006/01/07/was-anwalte-nicht-wissen/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: