Daten am Flughafen

Wer mit Mandantendaten arbeitet, ist wahrscheinlich sensibilisierter als jemand, der nur eigene Daten hütet. Daten, die normalerweise im Safe liegen oder hinter verschlossener Tür bearbeitet werden müssen, gehören nicht auf Laptops oder USB-Sticks, die man auf Reisen nimmt.

Wenn man bedenkt, wie wenige Türen in vielen amerikanischen Kanzleien ein Schloß besitzen, wundert es nicht, dass die Besorgnis über Datenverluste bei Reisen oder die Kontrollen am Flughafen erst in den letzten Jahren ins allgemeine Bewusstsein gelangt ist.

Dass der amerikanische Zoll Gepäck – und dazu zählen auch Datenträger – prüfen darf, ist rechtlich gesichert. Daran ist erst bei einem neuen Präsidenten zu rütteln. Im Einzelfall könnte man an Proteste denken, wenn ein Missbrauch des Zolls nachweisbar ist. Aber wann ist es das schon.

Selbst der technisch unbegnadete Kollege im Exportkontollbereich hat sich überzeugen lassen.  Jetzt ist er völlig datenfrei auf dem Weg nach Indien.  Erst  wollte er Daten verschlüsselt mitnehmen. Dann begriff er, dass der Zoll mit einer kundenfreundlichen Verschlüsselungsstrategie wohl weniger Schwierigkeiten haben würde als er selbst.

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 on June 14, 2008 at 6:56 pm Leave a Comment
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Geheimnis fliegt auf

Mandanten und Anwälte spielen sich im großen Konferenzraum vertrauliche Daten zu. Ohne Aufsicht ein gefährliches Spiel.

Als Geek werde ich hinzugezogen, weil ein Mandant verärgert ist. Er will eine Datei zum Zentraldrucker senden, aber nichts geht, und die IT-Leute finden keine Lösung.

Glück gehabt! Der Mandant hing in einem der zahlreichen WLAN-Netze und hatte als Windows-Gläubiger prompt den Druckertreiber installiert, den das OS ihm aufdrängte.

Nur:  Das Netz war nicht das unsrige. Der Drucker auch nicht.

Wie oft muss man den Leuten empfehlen, nicht drahtlos zu arbeiten und statt dessen den Minirouter und die Kabel im Konferenzraum zu benutzen?

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 on June 1, 2007 at 11:16 am Leave a Comment
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Schickes Handelsregister

Bin ich dumm? Unternehmensträger erschließt sich mir nicht im Unternehmensregister. Ist der gesellschaftsrechtliche Begriff gemeint? Oder eine Karteikarte?  Manches andere auch nicht. Ich hatte nach einigen Berichten damit gerechnet, dass es überhaupt nicht funktioniert. Aber nicht damit, dass ich mit den Eingabemasken nicht klarkomme. Wann sind Mehrfacheingaben erforderlich, wann zulässig, wann hinderlich?

Findet man alles im Laufe der Zeit heraus. Alles sieht ja so einfach aus. Und der SSL-gesicherte Datenverkehr ist schick.

In so vielen Ländern und so vielen Staaten der USA sind die Handelsregister einfach zu bedienen. Selbst wenn man mit der jeweiligen Sprache nicht mehr ganz vertraut ist, kann man sich noch zurecht finden und nützliche Ergebnisse hervorlocken.

Natürlich gibt es auch sonstwo elektronische Verzeichnisse, die so bürgerfreundlich gestaltet sind, sodass sie unbrauchbar werden. Alles Gewöhnungssache, hoffentlich.

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 on March 22, 2007 at 9:23 pm Leave a Comment
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IP-Adresse bleibt privat

IP-Adressen gehören zu den geschützten privaten Daten, die niemand ohne Zustimmung der durch sie identifizierbaren Person von einem Internet-Dienstleister verlangen darf. Wenn die hinter der Anschrift stehende Person sie zum Schutze ihrer Anonymität einsetzt, zeigt sie damit ein legitimes Interesse an dieser Anonymität.

Diese Entscheidung des einzelstaatlichen Berufungsgerichts vom 22. Januar 2007 im Fall State of New Jersey v. Reid stützt den Datenschutz in den USA, jedoch nicht bundesweit. Das Gericht beruft sich auf die Verfassung des Staates, nicht des Bundes.

Im Bund wurde der Datenschutz verfassungsrechtlich seit dem Bank Secrecy Act ausgehöhlt. Die Aufweichung wurde mit dem Patriot Act spürbar verschärft.

Das Gericht kann daher weder im Verhältnis zum Bundesrecht noch zum Recht anderer Staaten der USA garantieren, dass das Recht von New Jersey die Bürger dieses Staates schützt. Das Prinzip der Anonymität als Verfassungsgut ist jedoch bundesweit anerkannt.

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 on January 28, 2007 at 10:11 pm Leave a Comment
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Das Auto hält die Klappe

Der kleine Wagen kann Fahrterlebnisse mitschreiben. Laut Handbuch wird der Hersteller diese Daten bei Gelegenheit auswerten, beispielsweise wenn der Luftsack eingesetzt wird.

Er verspricht, die gesammelten Daten vertraulich zu behandeln. Sie werden nur offengelegt, wenn er sich verteidigen muss oder ein Gericht die Offenlegung anordnet. Zudem liest man, dass keine Unterhaltung mitgeschnitten wird.

Als Ghostwriter für ein Blog eignet sich das Auto dann wohl doch nicht. Und autogenerierte Podcasts wird’s nicht geben.

Wie wirkt sich eigentlich der Hinweis im Handbuch auf die Explosivstoffe, die das Autochen enthält, auf den Patriot Act und das Exportkontrollrecht aus? Knallkörper im Luftsack und den Sicherheitsgurtanlagen? Wer weiß, was da sonst noch alles drin steckt.

Nachtrag: Auch in Deutschland ist man hoffnungsvoll, schreibt das Law Blog am 30. Januar 2007.

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 on January 22, 2007 at 11:36 pm Leave a Comment
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So naiv

Wenn man sieht, wie schnell sich das Blatt bei kleinen Dummheiten wendet und Naivität plötzlich zivilrechtlich, strafrechtlich und womöglich politisch bedeutsam wird, kann einem angst und bange werden.

Ein unverrückbares Lebenslang kann sich ein Heranwachsender nicht vorstellen. Doch das ist heute bei Industriespionage, einer “versehentlich” eingesteckten CD mit Kontendaten und vielerlei anderem nicht mehr auszuschließen.

Der Skandal der geklauten Veteranen-Laptops, der letztlich im Sande verlief, weil die Diebe nicht einmal den Wert ihrer Beute erkannten, fällt in diese Kategorie.

Manchmal kann man nach einer Sitzung mit Vertretern von 3-Buchstaben-Ämtern nur den Kopf schütteln. Das Grab, das sich mancher Schlaue aus Doofheit schaufelt, ist abgrundtief.

Und noch tiefer, wenn Grenzen überschritten werden und jemand Spionage oder Landesverrat flüstert. Zum Glück gelangt so etwas nicht jede Woche auf den Schreibtisch. Doch oft genug, um das Schloss in der Tür zu rechtfertigen.

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 on October 13, 2006 at 12:30 pm Leave a Comment
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